Seit 2026 zahlen ausländische Besucher am Grand Canyon, im Zion und im Yosemite 100 Dollar pro Person extra. Das Death Valley steht nicht auf dieser Liste: 30 Dollar pro Auto, sieben Tage gültig. Die Risiken liegen hier woanders: Bezahlt wird nur mit Karte, das Navi schickt Autos auf gesperrte Schotterpisten, im größten Teil des Parks gibt es keinen Empfang, nur drei Tankstellen – und jedes Jahr geraten Menschen in ernste Not, weil sie ihr festgefahrenes Auto verlassen. Hier sind die sieben häufigsten Fehler, jeweils mit Lösung, dazu Pläne für einen und zwei Tage, Unterkünfte, Camping und Sternenhimmel.
Das Wichtigste
- Mit Karte oder digitalem Pass zahlen, nicht mit Bargeld.
- Vollgetankt, mit genug Wasser und Offline-Karten hineinfahren und jeden Morgen den Straßenzustand prüfen.
- Wenn das Auto liegen bleibt: beim Auto bleiben.

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Zuerst: wie das Death Valley aufgebaut ist
Bevor es losgeht, eine Minute für den Überblick.
Der Highway 190 durchquert den ganzen Park von Ost nach West. In der Mitte liegt Furnace Creek mit Visitor Center, Unterkünften und Tankstelle. Im Nordwesten liegt Stovepipe Wells, hinter den Bergen im Westen Panamint Springs. Im Süden liegt das Badwater Basin, der tiefste Punkt Nordamerikas.
Wie kommst du hin? Aus allen vier Richtungen führen Straßen ins Death Valley, je nachdem, wo du startest. Fangen wir mit dem beliebtesten Ausgangspunkt an: Las Vegas.
Von Las Vegas gibt es drei übliche Routen, alle etwas über zwei Stunden. Die erste führt auf dem Highway 160 nach Südwesten über Pahrump nach Death Valley Junction und dann auf der 190 in den Park – die einfachste Route zum Tanken. Die zweite nimmt die 95 nach Norden und biegt bei Amargosa Valley ab, etwa zehn Minuten schneller. Die dritte folgt der 95 bis Beatty in Nevada und führt dann nach Westen in den Park. Kurz hinter Beatty liegt die Geisterstadt Rhyolite, die einen kurzen Halt wert ist.
Von Los Angeles sind es etwa viereinhalb bis fünf Stunden, auf zwei Routen. Die eine führt über die Highways 14 und 395 nach Norden und dann ostwärts über die Berge, Einfahrt im Westen bei Panamint Springs. Die andere nimmt die Interstate 15 bis Baker und dann den Highway 127 nach Norden über Shoshone, Einfahrt im Südosten. In Baker gibt es viele Tankstellen, danach nur noch kleine Orte wie Shoshone.
Aus dem Norden oder Westen, etwa aus der Bay Area um San Francisco, vom Yosemite oder aus Lone Pine, kommst du auf dem Highway 395 nach Süden, biegst bei Lone Pine auf die 136 ab und fährst auf der 190 ostwärts über die Berge nach Panamint Springs. Von Lone Pine bis Furnace Creek brauchst du etwa eine Stunde und 45 Minuten. Achtung im Winter: Der Tioga Pass im Osten des Yosemite ist dann meist gesperrt, aus der Bay Area musst du also südlich herumfahren.
Aus dem nördlichen Nevada, etwa aus Reno oder Tonopah, fährst du auf dem Highway 95 bis Beatty und dann nach Westen in den Park. Von Beatty bis Furnace Creek sind es etwa 45 Minuten. Wenn du vom Grand Canyon oder Zion kommst, führt der Weg fast immer zuerst über Las Vegas und dann über eine der oben genannten Routen.
Egal woher du kommst, merk dir eine Regel: Der letzte Ort vor dem Park ist deine letzte günstige Tankstelle und dein letzter zuverlässiger Handyempfang.
Wann solltest du fahren? Genau jetzt. Im November liegen die Durchschnittswerte in Furnace Creek bei etwa 25 °C am Tag und 9 °C nachts, im Dezember bei 18 °C und 3 °C. Bis in den März ist das die angenehmste Zeit im Death Valley. Der Sommer ist eine andere Geschichte: 1913 wurden in Furnace Creek 56,7 °C gemessen, bis heute die höchste je auf der Erde gemessene Temperatur.
Auch der Winter kann überraschen. Der vergangene November war hier mit 45 Millimetern Regen der nasseste seit Beginn der Aufzeichnungen. Im März folgte dann die schönste Wildblumenblüte seit 2016, direkt nördlich des Visitor Centers und entlang der Badwater Road. Eine Blüte gibt es nicht jedes Jahr; sie hängt davon ab, wie viel Regen im Winter davor gefallen ist.
Fehler eins: mit Bargeld zahlen wollen
Der erste Fehler passiert direkt am Eingang.
Der Eintritt ins Death Valley kostet 30 Dollar pro Privatauto, sieben Tage gültig, für alle Insassen. Motorräder zahlen 25 Dollar, zu Fuß oder mit dem Fahrrad sind es 15 Dollar pro Person.
Der Park nimmt aber nur Karten und digitale Zahlungen, kein Bargeld. Viele kommen mit einem Portemonnaie voller Dollarscheine an und merken erst am Kassenautomaten, dass sie nicht zahlen können. Am einfachsten kaufst du vorher online einen digitalen Pass und speicherst ihn auf dem Handy, denn im Park hast du womöglich keinen Empfang.
Eine Rechnung lohnt sich noch: Dieses Jahr verlangen Grand Canyon und Zion von internationalen Besuchern 100 Dollar pro Person extra, das Death Valley nicht. Wenn deine Reise aber Grand Canyon, Zion und Death Valley umfasst, kauf einfach den Non-Resident-Jahrespass für 250 Dollar. Ein Pass gilt für alle in deinem Auto und ist bei drei Parks viel günstiger, als einzeln zu zahlen.
Fehler zwei: dem Navi vertrauen
Der zweite Fehler: das Steuer dem Navi überlassen.
Auf der Website des Parks steht ein Satz komplett in Großbuchstaben: Verlass dich nicht nur auf das Navi deines Autos. Der Grund ist einfach: In einer so abgelegenen Gegend schickt das Navi Leute oft in Sackgassen oder auf gesperrte Schotterpisten.
Das Death Valley hat nicht einmal eine Postadresse. Der offizielle Rat: Gib als Ziel die Koordinaten des Furnace Creek Visitor Center ein, nimm eine aktuelle Papierkarte mit und lade den ganzen Park vorher als Offline-Karte aufs Handy.
Die wichtigste Regel: Wenn dich das Navi auf eine unbefestigte Straße schicken will und du ein normales Auto fährst, bieg nicht ab. Selbst die bekannten Schotterstraßen im Park haben Grenzen. Der Twenty Mule Team Canyon zum Beispiel ist eine Einbahn-Schotterpiste, auf der Anhänger und Wohnmobile verboten sind.
Fehler drei: mit Handyempfang rechnen
Der dritte Fehler gehört zum zweiten: zu glauben, das Handy hätte Empfang.
Im größten Teil des Death Valley gibt es kein Netz, auch auf den meisten Straßen nicht. Im ganzen Park verkauft nur The Ranch at Furnace Creek WLAN. Der Park sagt es selbst: Hilfe kann viele Stunden entfernt sein, sei bereit, dich selbst zu retten.
Erledige vor der Fahrt also drei Dinge. Erstens: Sag jemandem, der nicht mitfährt, wohin du heute fährst und wann du ungefähr zurück bist. Zweitens: Speichere Karten, Pass und Buchungsbestätigungen auf dem Handy. Drittens: Leg eine zusätzliche Powerbank ins Auto.
Fehler vier: einem alten Reiseführer folgen
Der vierte Fehler: mit einem Reiseführer losfahren, der vor Jahren geschrieben wurde.
Im vergangenen August, September und November trafen mehrere Sturzfluten das Death Valley, rissen Straßen weg und begruben sie unter Geröll. Manches ist repariert: North Highway, Ubehebe Crater Road und Artists Drive sind seit dem vergangenen Dezember wieder offen.
Stand Anfang dieses Monats ist aber noch vieles gesperrt. Scotty’s Castle und die Zufahrt dorthin werden noch repariert, ein Datum für die Wiedereröffnung gibt es nicht, und auch zu Fuß kommst du nicht hin. Die berühmte Schotterpiste durch den Titus Canyon soll im Mai 2027 wieder öffnen, die Schotterstraße zu den Darwin Falls im Sommer 2027. Bis dahin kannst du am Rand des Highway 190 parken und hineinlaufen. Und ein Unwetter am 22. Oktober hat die Lower Wildrose Road erneut weggespült.
Schau deshalb jeden Morgen vor der Abfahrt auf die Seite zum Straßenzustand auf der Website des Parks. Und noch etwas, das kaum jemand bemerkt: In den nächsten zwei Monaten plant der Park mehrere Stromabschaltungen, die Service, Handyempfang und das Laden von E-Autos beeinträchtigen können. Die Termine stehen auf der Website des Parks.
Fehler fünf: nicht volltanken
Der fünfte Fehler ist der Klassiker: ohne vollen Tank hineinfahren.
Im ganzen Park gibt es nur drei Tankstellen. The Oasis in Furnace Creek hat zwei Benzinsorten und Diesel. Panamint Springs hat Benzin und Diesel. Stovepipe Wells ist rund um die Uhr geöffnet, hat aber nur Benzin mit 87 Oktan (nach US-Messung) und keinen Diesel.
Wenn du also ein Wohnmobil mit Dieselmotor gemietet hast und von Westen kommst, kannst du in Stovepipe Wells nicht tanken.
Im Park ist Benzin deutlich teurer als draußen, am besten tankst du vorher voll. Aus Las Vegas ist Pahrump der letzte große Ort vor dem Park, aus dem Nordosten Beatty in Nevada.
Mit dem E-Auto musst du noch genauer planen. Im ganzen Park gibt es keinen Schnelllader. Der nächste liegt 43 Meilen von Furnace Creek entfernt in Beatty: ein Tesla Supercharger mit acht Plätzen, bis zu 150 Kilowatt, nur für Teslas. Der Park warnt, dass du dich an vollen Feiertagen nicht auf einen freien Platz in Beatty verlassen solltest.
Im Park gibt es nur Level-2-Ladepunkte: jeweils vier an The Inn und The Ranch in Furnace Creek, am besten über Nacht, und vier neben dem General Store in Stovepipe Wells mit bis zu 19,2 Kilowatt. Wenn du keinen Tesla fährst, lade vor dem Death Valley voll und plane eine Unterkunft mit Lademöglichkeit ein.
Fehler sechs: das Auto verlassen
Der sechste Fehler ist der erste Impuls vom Anfang: Das Auto hat eine Panne oder steckt fest, also steigst du aus und gehst zu Fuß Hilfe holen.
Zurück zu dem Besucher aus Frankreich. Nachdem das Auto feststeckte, liefen die beiden Männer bei 47 °C über die Salzebene los. Nach gut einer Meile konnte er nicht mehr. Sein Begleiter ging allein weiter, hielt schließlich ein Auto an und meldete den Vorfall im Visitor Center. Als eine Hubschraubercrew ihn fand, lag er etwa anderthalb Meilen von der Straße entfernt und war bereits tot.
Der Rat des Parks ist eindeutig: Bei einer Panne ist es meist am sichersten, beim Auto zu bleiben. Das Auto spendet Schatten, und aus der Luft ist ein Auto viel leichter zu entdecken als ein Mensch.
Merk dir dazu einen zweiten Rat: Trink mindestens eine Gallone Wasser, also knapp vier Liter, pro Person und Tag. Pack so viel Wasser ein, wie ihr für alle Personen und Tage braucht, und noch etwas mehr.
Und eine Zahl, die viele überrascht: Die häufigste Todesursache im Death Valley ist nicht die Hitze, sondern Überschläge von Autos ohne Beteiligung anderer. Die Straßen sind gerade und leer, da wird man schnell immer schneller. Halte dich also an das Tempolimit, nimm bei langen Gefällen einen niedrigen Gang und sorg dafür, dass alle angeschnallt sind.
Fehler sieben: das falsche Timing
Der letzte Fehler ist das falsche Timing. Im Death Valley sind derselbe Ort bei Sonnenaufgang und am Mittag zwei völlig verschiedene Erlebnisse.
Zum Sonnenaufgang fährst du zum Zabriskie Point. Von oben siehst du, wie die Sonne die goldenen, gewellten Hügel unter dir langsam zum Leuchten bringt.
Am Vormittag geht es nach Süden zum Badwater Basin, 86 Meter unter dem Meeresspiegel, dem tiefsten Punkt Nordamerikas. Lauf über den Holzsteg hinaus auf die Salzebene, die so weiß ist, dass sie wie Eis aussieht. Im Winter ist die Temperatur am Vormittag genau richtig; im Sommer bleibst du nach 10 Uhr besser weg.
Auf dem Rückweg nimmst du den Artists Drive, eine Einbahnstraße von etwa neun Meilen. Im Nachmittagslicht leuchten die Farben am Hang der Artist’s Palette am stärksten. Fahrzeuge über 25 Fuß (etwa 7,6 Meter) sind dort nicht erlaubt.
Für den Abend hast du zwei Möglichkeiten. Die eine ist Dante’s View auf 1.669 Metern, direkt über dem Badwater Basin, das rund 1.750 Meter tiefer liegt. Oben ist es windig und viel kälter als im Tal, nimm eine Jacke mit. Die letzten sechs Meilen sind für Fahrzeuge ab 25 Fuß gesperrt. Dante’s View liegt etwa 24 Meilen von Furnace Creek entfernt, plane mindestens 40 Minuten pro Strecke ein. Die andere sind die Mesquite Flat Sand Dunes bei Stovepipe Wells, wo der Sonnenuntergang die Schatten lang über die Dünen zieht.
Auch der Winter hat Tücken. Im Tal sind es tagsüber um die 20 °C, nachts aber nur 5 °C oder weniger, in den Bergen noch kälter – nimm also eine Jacke mit. Und wenn es regnet oder Regen angesagt ist, wander nicht in die Schluchten. Genau so sind im vergangenen Winter die Sturzfluten entstanden.
Ein Tag oder zwei
Hast du nur einen Tag, starte vor Sonnenaufgang in Las Vegas. Sonnenaufgang am Zabriskie Point, dann Badwater Basin, Artists Drive und Furnace Creek Visitor Center, Sonnenuntergang an den Dünen. Abends fährst du zurück nach Las Vegas oder übernachtest im Park.
Mit zwei Tagen verbringst du den ersten im Süden auf derselben Route und hebst dir den Sonnenuntergang für Dante’s View auf. Am zweiten Tag geht es nach Norden und Westen: früh am Morgen die Mesquite-Dünen, dann der Ubehebe Crater, danach über die Berge nach Westen aus dem Park zum Highway 395, Richtung Lone Pine und Los Angeles.
Übernachten
Im Park gibt es vier Unterkünfte, alle ganzjährig geöffnet: The Inn at Death Valley und The Ranch at Death Valley in Furnace Creek, Stovepipe Wells Village und das Panamint Springs Resort im Westen.
Außerhalb des Parks liegt Shoshone in Kalifornien am nächsten, etwa eine Stunde entfernt. Beatty in Nevada ist etwa 45 Minuten entfernt, Pahrump etwa anderthalb Stunden und Lone Pine im Westen etwa eine Stunde und 45 Minuten.
Zum Campen: Stand Anfang dieses Monats sind die Campingplätze Furnace Creek, Stovepipe Wells und Mesquite Spring geöffnet. Emigrant ist wegen Reparaturen an der Wasserversorgung auf unbestimmte Zeit geschlossen, Texas Springs und Sunset haben Saisonpause.
Wer Sterne sehen will, übernachtet im Park. Das Death Valley ist ein Dark Sky Park der Goldstufe, die höchste Einstufung überhaupt. Vom 5. bis 7. Februar findet im Park außerdem das jährliche Dark Sky Festival statt, mit Astronomievorträgen, Teleskopbeobachtungen und Veranstaltungen zur Nachtfotografie.
Nur allgemeine Informationen. Regeln ändern sich; prüf vor der Reise die offiziellen Hinweise.
Kapitel im Video
- 0:00 Intro: der große Park ohne 100-Dollar-Aufschlag
- 1:14 Aufbau, Routen und Jahreszeiten
- 1:38 Anreise aus vier Richtungen
- 4:19 Fehler 1: bar zahlen
- 5:13 Fehler 2: dem Navi vertrauen
- 6:03 Fehler 3: mit Empfang rechnen
- 6:41 Fehler 4: den Straßenzustand ignorieren
- 7:43 Fehler 5: Tanken und Laden
- 9:09 Fehler 6: das Auto verlassen
- 10:19 Fehler 7: falsches Timing
- 12:00 Ein Tag oder zwei
- 12:37 Übernachten, Camping und Sterne
- 13:32 Das Wichtigste in Kürze
Offizielle Quellen
- Death Valley National Park:https://www.nps.gov/deva/
- Fees:https://www.nps.gov/deva/planyourvisit/fees.htm
- Road conditions:https://www.nps.gov/deva/planyourvisit/conditions.htm
- Safety:https://www.nps.gov/deva/planyourvisit/safety.htm
- Nonresident fees:https://www.nps.gov/aboutus/nonresident-fees.htm
Routen, Parkplätze und Tankstellen, Abschnitt für Abschnitt auf Karten und in echten Aufnahmen.


