Arizona · Grand Canyon South Rim

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Grand Canyon mit dem Auto 2026: 235 Dollar Eintritt? Gebühren, Unterkünfte und Anfahrt erklärt

Arizona · Grand Canyon South RimAktualisiert am 7. November 202622 Min. Lesezeit

2026 ist ein Besuch am Grand Canyon anders als sonst: Wer nicht in den USA wohnt, zahlt 100 Dollar Aufschlag pro Person, die Hotels im Park am South Rim nehmen vorerst keine Übernachtungsgäste, die Phantom Ranch ist geschlossen und der North Rim nur tagsüber geöffnet. Hier erfährst du, welchen Rand du ansteuerst, wie du beim Eintritt sparst, wie du hinfährst, wo du schläfst und tankst, welche Panoramastraßen sich lohnen, wo du Sonnenauf- und -untergang siehst, wo du beim Wandern umkehren musst – und wie ein Besuch von einem bis drei Tagen aussehen kann.

Das Wichtigste

Eintritt (pro Auto, 7 Tage)
35 $ + 100 $ pro Person ohne US-Wohnsitz
So sparst du
Ab 2 Nationalparks: Non-Resident-Jahrespass für 250 $
Ab Las Vegas
Rund 450 km (280 Meilen), 4,5–5 Stunden
Übernachten
Hotels im Park am South Rim pausieren; in Tusayan oder Williams schlafen
Tanken
Nur eine Tankstelle im Park, am Osteingang; in Tusayan volltanken
E-Auto-Schnellladen
Nur in Tusayan vor dem Südeingang (Tesla 12 Plätze, EA 6)

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South Rim, North Rim oder West Rim? Wisse, zu welchem Grand Canyon du fährst

Viele, die zum ersten Mal planen, stolpern über eine Frage: Wo liegt der Grand Canyon eigentlich? Tatsächlich sind es mindestens drei ganz verschiedene Orte. Der South Rim, der Südrand, steht hier im Mittelpunkt. Er ist ganzjährig geöffnet und bietet am meisten. Für den ersten Besuch ist er für die meisten die richtige Wahl.

Der North Rim liegt auf der anderen Seite der Schlucht, höher und viel ruhiger. Die Fahrt vom South Rim dauert aber etwa viereinhalb Stunden, und geöffnet ist er normalerweise nur von Mitte Mai bis Ende November; im Winter ist die Zufahrt gesperrt. Im vergangenen Jahr hat ein Waldbrand dort außerdem die fast hundert Jahre alte Grand Canyon Lodge zerstört.

Dann gibt es den West Rim mit dem gläsernen Skywalk. Er gehört gar nicht zum Nationalpark, sondern wird vom Stamm der Hualapai in seinem Reservat betrieben. Vom South Rim sind es rund fünf Stunden Fahrt, und Tickets und Regeln haben mit dem Nationalpark nichts zu tun.

Viele Tagesausflüge ab Las Vegas fahren in Wirklichkeit zum West Rim. Bevor du etwas buchst, prüfe also genau, wohin die Reise geht.

Wenn der South Rim feststeht, geht es um die Jahreszeit. Der Südrand liegt auf etwa 2.100 Metern. Im Sommer sind die Tage angenehm, aber zwischen Morgen und Abend schwanken die Temperaturen stark. Im Winter schneit es und die Straßen vereisen, also nimm Schneeketten oder Spikes und warme Kleidung mit.

Von Juli bis Anfang September ist Monsunzeit. Nachmittags gibt es oft Gewitter, und in der Schlucht kann es zu Sturzfluten kommen. Eine Sturzflut Ende August hat in diesem Jahr die Unterkünfte am gesamten South Rim durcheinandergebracht.

Große Änderungen 2026: Parkhotels pausieren, Schluchtboden gesperrt

Stand Anfang November 2026 gibt es am Grand Canyon einige große Änderungen. Erstens: Seit dem 31. August nehmen alle Hotels im Park am South Rim keine Übernachtungen mehr an. Dazu gehören El Tovar, die Bright Angel Lodge, die Maswik Lodge und die Yavapai Lodge.

Der Grund: Eine Sturzflut am 29. August hat die Wasserleitung in der Schlucht beschädigt. Seitdem gilt im Park die Wasserspar-Stufe 4.

Der Betreiber von El Tovar und vier weiteren Hotels meldete am 28. Oktober, dass die Pause bis zum 19. November verlängert wurde; Buchungen ab dem 20. sollen vorerst normal stattfinden. Für die Yavapai Lodge gibt es noch kein Datum. Diese Termine wurden schon mehrmals verschoben, schau also kurz vor der Reise noch einmal auf die offizielle Website.

Zweitens: Die Phantom Ranch am Grund der Schlucht ist geschlossen, laut Betreiber mindestens bis zum 31. Januar 2027. Die Wege in die Schlucht sind nur teilweise wieder offen, und alle Wasserstellen unterwegs sind abgestellt; Wasser gibt es nur noch an den Ausgangspunkten. Wer hinabsteigt, muss sein ganzes Wasser selbst tragen.

Drittens: Der North Rim hat dieses Jahr wieder geöffnet, aber nur für Tagesbesuche – bis zum 30. November oder bis zum ersten großen Schneefall. Im Park gibt es dort keine Unterkunft, keinen Campingplatz, kein Trinkwasser, kein Essen, und auch die Tankstelle ist zu. Wer zum North Rim fährt, tankt vorher in Jacob Lake voll.

Die gute Nachricht: Am South Rim laufen Panoramastraßen, Aussichtspunkte und Shuttlebusse ganz normal. Bei einem Tagesbesuch merkst du kaum etwas; du musst nur außerhalb des Parks übernachten. Welcher Ort sich dafür eignet, steht in Kapitel 5.

Eintritt und Eingänge: So holst du die 100 Dollar Aufschlag wieder herein

Zuerst der Eintritt. Der Grand Canyon kassiert pro Fahrzeug: 35 Dollar für ein privates Auto, das gilt für alle Insassen bis hin zum Kleinbus mit 15 Sitzen und sieben Tage lang.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine neue Regel: Wer nicht in den USA wohnt und mindestens 16 Jahre alt ist, zahlt zusätzlich zum Eintritt 100 Dollar pro Person. Zwei Personen ohne US-Wohnsitz in einem Auto: 35 plus 200, also 235 Dollar.

Das Geld kannst du dir zurückholen – mit dem Non-Resident-Jahrespass für 250 Dollar. Damit entfällt der Aufschlag für alle im selben Auto. Der Pass gilt ein Jahr lang in allen US-Nationalparks. Wo pro Person kassiert wird, deckt er den Passinhaber und drei weitere Erwachsene ab.

Stehen auf deiner USA-Reise also zwei oder mehr Nationalparks mit Aufschlag, etwa Grand Canyon und Zion, lohnt sich der Jahrespass praktisch immer. Mit unserem Rechner kannst du es für deine Route nachrechnen.

Außerdem: An den Parkeingängen wird nur noch mit Kredit- oder Debitkarte bezahlt, Bargeld wird nicht angenommen. Laut Park kann die Wartezeit am Südeingang in den Frühjahrsferien und im Sommer zwischen 9:30 und 16 Uhr bis zu zwei Stunden betragen. Vor 9:30 Uhr oder nach 16 Uhr geht es deutlich schneller.

Anfahrt: zwei Hauptrouten und drei Stopps, die sich lohnen

Von Las Vegas aus nimmst du die US 93 nach Kingman, dann die I-40 Richtung Osten bis Williams und dort den Highway 64 nach Norden. Insgesamt sind das etwa 280 Meilen, rund 450 Kilometer, und viereinhalb bis fünf Stunden Fahrt.

Aus Phoenix fährst du die I-17 bis Flagstaff, dann die I-40 nach Westen bis Williams und weiter auf den Highway 64. Das sind etwa 230 Meilen und dreieinhalb bis vier Stunden am Steuer.

Alternativ kommst du von Page und dem Horseshoe Bend über Cameron und fährst am Osteingang hinein. Dann folgst du dem Highway 64 die ganze Zeit nach Westen, und dein erster Halt ist der Desert View Watchtower.

Zu den Stopps unterwegs: Etwa 30 Meilen, rund 40 Minuten südöstlich von Las Vegas liegt der Hoover Dam. Der Haken: Der Highway überquert den Colorado auf der Umgehungsbrücke unterhalb des Damms.

Die Brücke hat auf beiden Seiten hohe Wände, vom Auto aus siehst du den Damm also praktisch nicht. Wer ihn sehen will, nimmt Ausfahrt 2 und macht einen kleinen Abstecher. Für Parken und Fotos solltest du etwa eine Stunde einplanen.

Hinter Kingman zweigt die alte Route 66 von der I-40 ab. Sie macht einen großen Bogen nach Norden und trifft bei Seligman wieder auf die Interstate. Seligman nennt sich „Geburtsort der historischen Route 66“: alte Tankstellen und Retro-Schilder, hier gelingt fast jedes Foto.

Weiter östlich kommst du nach Williams. Wer nicht selbst in den Park fahren will, kann von hier aus den Panoramazug nehmen. Er fährt außer an Weihnachten täglich bis Grand Canyon Village, pro Richtung etwa 2 Stunden 15 Minuten. Am South Rim bleiben gut drei Stunden, nachmittags geht es zurück.

Achte unterwegs auf die Zeitzonen. Arizona stellt nicht auf Sommerzeit um. Im Winter musst du auf dem Weg von Las Vegas die Uhr also eine Stunde vorstellen, im Sommer gilt auf beiden Seiten dieselbe Zeit.

Die Navajo Nation stellt dagegen auf Sommerzeit um. Wenn du zum Antelope Canyon fährst, richte dich immer nach der Uhrzeit, die dir der Tourveranstalter nennt, nicht nach der Arizona-Zeit auf deinem Handy.

Kein Zimmer im Park? Wo du schläfst, isst, tankst und lädst

Am nächsten liegt der kleine Ort Tusayan direkt vor dem Südeingang, nur 7 Meilen vom Village entfernt. Die Hotels dort haben ganz normal geöffnet und sind von den Wassereinschränkungen im Park nicht betroffen.

Etwas weiter weg liegen Valle (rund 30 Meilen), Williams (60 Meilen) und Flagstaff (80 Meilen). Wer aufs Budget achtet, findet in Williams und Flagstaff die größte Auswahl und bessere Preise.

Von Williams sind es nur eine Stunde bis zum Südeingang, von Flagstaff etwa anderthalb Stunden. Wenn du aus Las Vegas kommst, übernachte am Vorabend in Williams oder Tusayan und fahr am nächsten Morgen früh in den Park. So stehst du kürzer an und erwischst das Morgenlicht.

Zum Campen: Der Mather Campground ist ganzjährig geöffnet, derzeit aber nur mit Plätzen ohne Wasser- und Stromanschluss, und Lagerfeuer sind verboten. Der Wohnmobilplatz Trailer Village ist wegen der Wassereinschränkungen geschlossen, der Desert View Campground hat die Saison bereits beendet.

Beim Essen sind einige Restaurants im Park vorübergehend zu. Die Kaffeebar und das Restaurant der Bright Angel Lodge sowie der Markt im Village haben geöffnet, allerdings mit kürzeren Zeiten. Am sichersten ist es, Wasser und Snacks im Auto zu haben.

Beim Tanken geraten viele in Schwierigkeiten. Im South-Rim-Bereich des Parks gibt es nur eine Tankstelle, am Osteingang beim Desert View Watchtower. Sie ist rund um die Uhr geöffnet, bezahlt wird mit Karte an der Säule. Im Village gibt es keine.

Tank also in Tusayan voll, bevor du hineinfährst. Kommst du über den Osteingang, tankst du in Cameron. Und wenn du den Park am Osteingang verlässt, sind es noch etwa 30 Meilen bis zur nächsten Tankstelle in Cameron.

Mit dem E-Auto solltest du das Laden vorausplanen. Im Park gibt es nur kostenlose Level-2-Ladepunkte, an der Yavapai Lodge East und an einigen Stellen rund um die Maswik Lodge, und nur die Yavapai Lodge hat Tesla-Anschlüsse. Schnellladen gibt es im Park nicht, auch nicht am Desert View oder am North Rim.

Zum Schnellladen fährst du nach Tusayan, direkt vor dem Südeingang. Neben The Grand Hotel steht ein Tesla Supercharger mit 12 Ladeplätzen und bis zu 150 Kilowatt. Am Grand Canyon Visitor Center vor dem Tor gibt es außerdem eine Station von Electrify America mit 6 Ladern und bis zu 350 Kilowatt. Dort vor der Einfahrt vollzuladen ist die sicherste Lösung.

Vorsicht bei der Ausfahrt über den Osteingang: Cameron hat derzeit keinen Schnelllader. Vom Village über den Osteingang bis Page sind es etwa 140 Meilen, erst in Page steht der nächste Tesla Supercharger. Im Winter sinkt die Reichweite bei Kälte, lade in Tusayan also lieber etwas mehr.

Die erste Stunde im Park: wohin, wo parken, welcher Shuttle

Hinter dem Südeingang fahren die meisten zuerst zum Mather Point direkt neben dem Visitor Center. Für viele ist das der Moment, in dem ihnen zum ersten Mal der Atem stockt.

Parke auf den Plätzen 1 bis 4 am Visitor Center. Platz 1 liegt dem Mather Point am nächsten und ist als einziger der vier für Wohnmobile und Anhänger geeignet. In der Hochsaison findest du vor 10 Uhr meist noch einen Platz, danach wird es schnell voll.

Ist alles belegt, fahr zum Parkplatz D im Village neben dem Backcountry Information Center. Er ist groß und hat oft noch freie Plätze, und zur Haltestelle der Roten Linie und zum Bright Angel Trailhead ist es nicht weit.

Die Parkplätze sind riesig. Merk dir die Nummer und das Schild deines Abschnitts oder mach einfach ein Foto. Der Handyempfang ist in Teilen des Parks schwach, lade also vorher Offline-Karten herunter und verlass dich nicht nur aufs Navi.

Die kostenlosen Shuttlebusse sind sehr zu empfehlen. Am South Rim fahren derzeit drei Linien. Die Blaue Linie fährt eine Runde durchs Village und verbindet Visitor Center, Hotels, Campingplätze und Markt. Die Orange Linie fährt nach Osten zum Yaki Point und zum South Kaibab Trailhead; zum Yaki Point kommst du mit dem eigenen Auto nicht. Die Rote Linie ist die Hermit Road, dazu mehr im nächsten Kapitel.

Der Herbstfahrplan gilt bis zum 30. November. Die Blaue Linie fährt von 7 bis 21 Uhr, die Orange und die Rote bis eine Stunde nach Sonnenuntergang. Ab Dezember gilt der Winterfahrplan, schau dann auf der Website des Parks nach. Merk dir die Zeit des letzten Busses, sie ist beim Sonnenuntergang wichtig.

Zwei Panoramastraßen: im Westen mit dem Roten Shuttle, im Osten selbst fahren

Zuerst die Hermit Road. Sie liegt im Westen des South Rim und führt vom Village bis Hermits Rest, etwa 7 Meilen oder 11 Kilometer. Vom 1. März bis 30. November sind dort keine Privatautos erlaubt.

In dieser Zeit kommst du nur mit dem kostenlosen Shuttle der Roten Linie hin. Nur von Dezember bis Februar dürfen Privatfahrzeuge unter 22 Fuß Länge selbst fahren.

An der Roten Linie liegen neun Aussichtspunkte. Auf dem Hinweg hält der Bus an allen, auf dem Rückweg nur an Hermits Rest, Pima Point, Mohave Point und Powell Point. Wer nicht aussteigt, ist etwa 80 Minuten unterwegs.

Am Pima Point ist es recht still; mit etwas Glück hörst du tief unten in der Schlucht den Colorado rauschen. Du kannst an der Roten Linie auch aussteigen, ein Stück auf dem Rim Trail laufen und wieder einsteigen.

Im Osten des South Rim liegt der Desert View Drive. Vom Village bis zum Osteingang ist er 23 Meilen lang, etwa 37 Kilometer. Du kannst ihn mit dem eigenen Auto fahren, und er ist fast das ganze Jahr geöffnet.

Unterwegs gibt es sechs offizielle Aussichtspunkte. Von West nach Ost zuerst Pipe Creek Vista: viele Leute, wenige Parkplätze. Dann Duck on a Rock, danach Grandview Point mit einem besonders weiten Blick. Weiter östlich folgt Moran Point, wo die Gesteinsschichten die schönsten Farben haben.

Kurz vor dem Ende liegt Tusayan Ruin. Sie heißt wie der Ort vor dem Südeingang, ist aber ein altes Dorf der Ancestral Puebloans. Normalerweise ist sie von April bis Oktober geöffnet und hat dieses Jahr Ende Oktober bereits geschlossen. Der Lipan Point wird dieses Jahr saniert und ist vom 22. Juni bis 23. Dezember gesperrt.

Am Ende der Straße steht der Desert View Watchtower. Für den Aufstieg nach oben brauchst du vorher ein kostenloses Ticket, höchstens 25 Personen gleichzeitig, die letzte Gruppe geht um 16 Uhr hinauf. Ob die oberen Etagen offen sind, hängt vom Personal ab. Gleich daneben liegt der Navajo Point, der höchste Aussichtspunkt am ganzen South Rim.

Sonnenaufgang und -untergang: welcher Ort und wie früh

Wo du Sonnenauf- oder -untergang anschaust und wann du dort bist, macht einen großen Unterschied. Für den Sonnenaufgang empfiehlt der Park den Mather Point oder den Yaki Point. Der Mather Point liegt direkt am Visitor Center, dorthin kannst du selbst fahren.

Zum Yaki Point fährt die Orange Linie, im Herbst der erste Bus um 6 Uhr. Sei 30 Minuten vor Sonnenaufgang da und bleib am besten noch etwa eine Stunde danach. Morgens ist es auf der Hochebene kalt, nimm eine zusätzliche Schicht mit.

Für den Sonnenuntergang zuerst der Westen: Hopi Point und Mohave Point an der Hermit Road sind die beliebtesten Orte. Am Hopi Point ist es am vollsten, ruhiger ist es am Mohave Point oder Pima Point. Der letzte Bus der Roten Linie fährt eine Stunde nach Sonnenuntergang, um die Rückfahrt musst du dir also keine Sorgen machen.

Im Osten bieten Yaki Point, Navajo Point und der Desert View Watchtower am Desert View Drive einen weiten Blick nach Osten und Westen, ideal für Sonnenauf- und -untergang.

Wenn du selbst fährst, heb dir den Desert View Drive für den späten Nachmittag auf. Fahr ganz nach Osten, schau dir den Sonnenuntergang am Watchtower an und verlass den Park dann direkt über den Osteingang.

Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang sind die Parkplätze an den beliebten Aussichtspunkten oft voll. Der Park rät, bis zu 90 Minuten vorher da zu sein und nach Sonnenuntergang noch mindestens 10 Minuten zu bleiben.

Im Sommer gibt es abends oft Gewitter. Wenn du einen Blitz siehst und der Donner in weniger als 30 Sekunden folgt, geh sofort zurück ins Auto oder in ein Gebäude. Und wenn du einen halben Tag übrig hast und nicht anstrengend wandern willst, ist der Weg im nächsten Kapitel genau richtig.

Spaziergänge am South Rim: leicht genug für Ältere und Kinder

Der Rim Trail am South Rim ist etwa 21 Kilometer lang und größtenteils asphaltiert. Du musst aber nicht alles laufen; zwei Abschnitte reichen völlig.

Abschnitt eins: vom Mather Point zum Yavapai Geology Museum, etwa 1 Kilometer, 15 bis 30 Minuten, asphaltiert mit ein paar kurzen Steigungen. Das Museum hat derzeit täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Abschnitt zwei: vom Geology Museum nach Westen bis zum historischen Village. Dieser Teil heißt Trail of Time, ist etwa 2,1 Kilometer lang und durchgehend asphaltiert und barrierefrei. Jeder Meter steht für eine Million Jahre Erdgeschichte der Schlucht. Rechne mit etwa einer Stunde.

Vom Mather Point bis zum Village sind es insgesamt etwa 4 Kilometer, 45 Minuten bis zwei Stunden. Von Ost nach West geht es überwiegend bergab. Lauf also nach Westen und nimm, wenn du müde bist, die Blaue Linie zurück zum Visitor Center.

Wenn du mit älteren Menschen unterwegs bist: Auf über 2.000 Metern und bei trockener Luft bekommen viele Kopfschmerzen und Durst. Trinkt viel Wasser oder Elektrolytgetränke, lasst es langsam angehen und startet nicht gleich nach der Ankunft eine Wanderung.

Alle Shuttlebusse nehmen Rollstühle mit, sehr große Elektrorollstühle passen aber eventuell nicht hinein. Wer eingeschränkt mobil ist, kann am Eingang oder im Visitor Center eine Scenic Drive Accessibility Permit beantragen.

Damit darfst du in einige Abschnitte fahren, die für Privatautos gesperrt sind. An der Hermit Road ist nur das Wegstück von Monument Creek Vista bis Pima Point barrierefrei.

Mit Kindern lohnt sich das Junior-Ranger-Heft aus der Parkbuchhandlung: Wer die Aufgaben löst, bekommt ein Abzeichen. Halt Kinder auf dem Rim Trail immer gut fest. Der Park schreibt mindestens 2 Meter Abstand zur Kante vor, und über Geländer klettert man nie.

Überraschung: Das Tier, das im Park die meisten Besucher verletzt, ist das Felsenhörnchen. Füttere es nicht – Wildtiere zu füttern ist verboten. Halte mindestens 23 Meter Abstand zu Wapitis und Hirschen, das sind etwa zwei Buslängen. Und achte in der Morgen- und Abenddämmerung auf Tiere auf der Straße.

Wandern in die Schlucht: wo du umkehren musst

Jetzt zu dem Fehler vom Anfang, den jedes Jahr viele machen: zu weit hinunterlaufen und dann kaum wieder hochkommen. Merk dir: Runter ist leicht, rauf ist schwer. Der Park rät, für den Aufstieg doppelt so viel Zeit einzuplanen wie für den Abstieg.

Für die erste Wanderung in die Schlucht empfehle ich den South Kaibab Trail. Der Startpunkt liegt an der Orange Linie, mit dem Shuttle kommst du am einfachsten hin. Nach 0,9 Meilen, etwa 1,4 Kilometern, erreichst du den Ooh Aah Point – der Ausblick dort ist schon unglaublich.

Weiter unten, nach 1,5 Meilen oder rund 2,4 Kilometern, kommst du zum Cedar Ridge. Dort gibt es Toiletten, aber kein Wasser. Laut Park ist das ein guter Ort zum Umkehren – ideal, wenn du zum ersten Mal in die Schlucht wanderst, nur gemütlich unterwegs bist oder spät gestartet bist.

Noch weiter unten, nach 3 Meilen, liegt Skeleton Point, wo du zum ersten Mal den Colorado siehst. Der Park ist hier eindeutig: Bei einer Tageswanderung nicht weiter als bis hierhin. Die Antwort auf die Frage vom Anfang lautet also: Beim ersten Besuch kehrst du am Cedar Ridge um und gehst nie über Skeleton Point hinaus.

Auf dem ganzen Weg gibt es kein Wasser und kaum Schatten. Und dieses Jahr sind auch die Wasserstellen am Bright Angel Trail abgestellt. Egal welchen Weg du nimmst: Nimm reichlich Wasser und salzige Snacks mit.

Der Park gibt außerdem zwei wichtige Warnungen. Erstens: Versuch nicht, an einem Tag vom Rand zum Fluss und zurück zu laufen, schon gar nicht zwischen Mai und September. Zweitens: Wandere von Mai bis September zwischen 10 und 16 Uhr möglichst nicht in der Schlucht.

In der Gruppe bestimmt die Person mit der geringsten Kondition das Tempo. Wenn in der Schlucht etwas passiert, musst du dir oft erst einmal selbst helfen, denn Rettung ist nicht sofort da. Dieses Jahr sind viele Wegabschnitte geöffnet, während noch repariert wird. Prüf vor dem Start also noch einmal die Wegehinweise des Parks.

Einfach nachmachen: Pläne für einen, zwei und drei Tage

Zum Schluss drei Pläne zum Übernehmen. Hast du nur einen Tag, fahr vor 7 Uhr in Williams los und sei um 8 Uhr am Südeingang. Starte am Mather Point, fahr dann mit der Roten Linie die Hermit Road entlang und iss im Village zu Mittag.

Am Nachmittag fährst du den Desert View Drive nach Osten, schaust den Sonnenuntergang am Desert View Watchtower an und verlässt den Park über den Osteingang. Wenn du abends zurück nach Williams willst, musst du über Cameron und Flagstaff fahren – etwa zwei Stunden im Dunkeln.

Mit zwei Tagen kommst du am ersten Tag nachmittags an, fährst mit der Roten Linie zum Sonnenuntergang am Hopi Point und übernachtest in Tusayan. Am zweiten Tag fährst du früh mit der Orangen Linie zum Sonnenaufgang am Yaki Point.

Auf dem Weg wanderst du ein Stück auf dem South Kaibab Trail bis zum Ooh Aah Point. Danach geht es auf dem Desert View Drive nach Osten, und hinter dem Osteingang sind es etwa zwei Stunden bis Page. Abends siehst du den Horseshoe Bend und übernachtest in Page.

Mit drei Tagen ergänzt du den Zwei-Tage-Plan: Am dritten Morgen besuchst du den Antelope Canyon bei Page. Hinein kommst du nur mit einer Navajo-Führung, also rechtzeitig buchen. Oder, falls der North Rim noch offen ist, fährst du von Page über Jacob Lake nach Westen zum North Rim. Weiter nach Nordwesten bist du dann schon im Zion.

Nur allgemeine Informationen. Regeln ändern sich; prüf vor der Reise die offiziellen Hinweise.

Kapitel im Video

  • 0:00 Intro: zwei Personen, 235 Dollar Eintritt
  • 1:00 South Rim, North Rim oder West Rim?
  • 2:39 Große Änderungen 2026: Hotels pausieren, Schluchtboden gesperrt
  • 4:32 Eintritt und Eingänge: die 100 Dollar zurückholen
  • 5:54 Anfahrt: zwei Routen, drei Stopps
  • 8:09 Kein Zimmer im Park? Schlafen, essen, tanken
  • 9:55 Die erste Stunde im Park
  • 11:35 Zwei Panoramastraßen
  • 13:49 Sonnenaufgang und -untergang
  • 15:35 Spaziergänge am South Rim
  • 17:52 Wandern in die Schlucht: wo du umkehrst
  • 19:56 Pläne für einen bis drei Tage
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